Streik – ein soziales Erlebnis
Ich muss zugeben, dass ich nicht Streikerfahren bin. Aber so durfte ich zusammen mit dem BVPTA Vorstand am 23.3.26 den Protesttag der Apotheken-Schaft in Berlin miterleben, als aktive lautrufende Gruppe mit Schild, Warnweste und Trillerpfeife.
Besonders in Berufen mit hoher Verantwortung wie in Apotheken ist es wichtig, dass Streiks gut geplant sind und die Versorgung der Bevölkerung nicht gefährden. Das war gewährleistet, sodass wir uns auf den Protest konzentrieren konnten. Streiken ist ein demokratisches Recht und kann – wenn es fair und verantwortungsvoll ausgeübt wird – nicht nur Arbeitsbedingungen oder politische Wege verbessern, sondern auch das Miteinander stärken.
Das Miteinander stärken, ist ein tiefgreifendes soziales Erlebnis und eigentlich die größte Botschaft, die ich an dem Montag in Berlin persönlich erlebt und mitgenommen habe. Solidarität und Gemeinschaftssinn sind gewachsen, nicht nur bei den „Mitläufern“. Ja, wir können zusammen stehen und gemeinsam für eine Sache kämpfen!
Wie können wir das Gefühl von Solidarität und Gemeinschaftssinn denn jetzt aufrechterhalten? Vielleicht ist es wieder an der Zeit einen monatlichen Stammtisch in deiner Stadt zu organisieren. Nicht alle Chat-Gruppen bringen das gleiche Gefühl der Gemeinsamkeit wie ein lebendiges Treffen. Das wäre eine echte Bereicherung für die Apothekenlandschaft. Statt vielen EinzelkämpferInnen eine große Gemeinschaft mit gleichen Zielen.
Gemeinschaftssinn entsteht nicht von allein – er braucht Pflege und bewusste Momente der Verbindung. Wenn ihr diese Elemente in euren Alltag integriert, bleibt das Gefühl der Zusammengehörigkeit nicht nur eine Erinnerung an den Streik, sondern wird zu einer lebendigen Kraft in eurem Miteinander.
Eure Ute Jobes