„Umbenennung löst die Probleme nicht“
BVpta sieht weiterhin erheblichen Nachbesserungsbedarf bei geplanter PTA-„Aufrechterhaltung des Betriebs“
Der Bundesverband PTA (BVpta) sieht die aktuellen Änderungsanträge der Bundesregierung zur geplanten PTA-„Aufrechterhaltung des Betriebs“ weiterhin kritisch. Auch die neue Formulierung ändere nichts an den grundsätzlichen Problemen der Regelung.
„Eine bloße Umbenennung von ‚Vertretung‘ in ‚vorübergehende Aufrechterhaltung des Betriebs‘ löst die grundlegenden Probleme des Entwurfs nicht“, erklärt BVpta-Bundesvorsitzende Anja Zierath. „Am Ende sollen PTA weiterhin zusätzliche Verantwortung übernehmen, jedoch ohne klar geregelte Weiterqualifizierung, definierte Kompetenzstufen oder entsprechende finanzielle Aufwertung.“
Kritisch sieht der BVpta insbesondere die praktische Umsetzbarkeit der geplanten Regelung zur „Aufrechterhaltung des Betriebs“. Diese soll ausschließlich für Filialapotheken gelten, die zudem bestimmte Abstandsregelungen erfüllen müssen.
„Es stellt sich zunehmend die Frage, wem diese Regelung am Ende überhaupt helfen soll“, erklärt Zierath. „Gerade kleine Einzelapotheken im ländlichen Raum oder Stadtapotheken ohne Filialstruktur – häufig genau die Apotheken mit den größten Personalproblemen – würden von der Regelung überhaupt nicht profitieren.“
Der BVpta hält weiterhin an seiner klaren Position fest, dass eine Apotheke nicht ohne anwesende Apothekerinnen oder Apotheker betrieben werden sollte. Die jetzt geplante „vorübergehende Aufrechterhaltung des Betriebs“ durch PTA lehnt der Verband daher weiterhin ab.
„Die Weiterentwicklung des PTA-Berufs darf nicht über Vertretungs- oder Notbetriebskonstruktionen erfolgen“, erklärt Anja Zierath. „Wir wollen keine Apotheke ohne Apothekerinnen oder Apotheker. Stattdessen brauchen wir echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten für PTA, durch strukturierte Weiterqualifizierung, klar definierte Kompetenzen und neue pharmazeutische Aufgabenfelder.“
Der BVpta begrüßt ausdrücklich, dass die Politik die Kompetenzen von PTA stärker in den Blick nimmt, mit der geplanten Möglichkeit, dass PTA nach entsprechender Schulung Schutzimpfungen durchführen dürfen.
„Andere Gesundheitsberufe übernehmen bereits vergleichbare Aufgaben. Deshalb begrüßen wir es grundsätzlich, wenn PTA künftig stärker in präventive Versorgungsangebote eingebunden werden“, so Anja Zierath. „Neue Aufgaben erfordern klare Qualifikationsstandards, strukturierte Weiterbildung, verlässliche Rahmenbedingungen – und endlich auch eine angemessene finanzielle Aufwertung des PTA-Gehalts. Denn immer mehr Verantwortung zu übernehmen, ohne dafür entsprechend entlohnt zu werden, ist auf Dauer nicht akzeptabel.“
Der BVpta hält deshalb weiterhin an seiner Forderung fest, den Fokus auf eine bundesweit einheitliche Weiterqualifizierung für PTA zu legen, statt auf zeitlich begrenzte Notlösungen ohne klare Qualifikationsstruktur.
„Neue Aufgaben dürfen nicht über improvisierte Notlösungen geschaffen werden. Wir brauchen keine Experimente und keine Billiglösungen“, betont Anja Zierath.
Zugleich weist der Verband darauf hin, dass eine Weiterentwicklung des Berufs nur mit wirtschaftlich stabilen Apotheken gelingen könne.
„Ohne eine dringend notwendige Anpassung des Apothekenhonorars werden viele Apotheken weder zusätzliche Aufgaben noch qualifizierte Fachkräfte dauerhaft stemmen können.“