Kommentar unserer Bundesvorsitzenden Anja Zierath zur gemeinsamen PM von ABDA und BVpta: PTA-Beruf weiterentwickeln – gemeinsam nach vorne
Die Diskussionen rund um die Reform der Apothekenstrukturen haben in den vergangenen Monaten viele Fragen und auch Sorgen ausgelöst. Für uns als BVpta stand dabei immer ein zentraler Punkt im Mittelpunkt: Am Ende dieser Reform dürfen PTA nicht als Verlierer dastehen.
Im Gesetzgebungsverfahren haben wir uns deshalb konsequent für eine qualitätsgesicherte Weiterqualifizierung von PTA eingesetzt. Auch mögliche Vertretungsregelungen waren Teil dieser Diskussion. Gleichzeitig war klar, dass die Positionen der beteiligten Organisationen – insbesondere mit Blick auf die Apothekerschaft – nicht in allen Punkten deckungsgleich sind.
Unser Ziel war jedoch nie ausschließlich die Frage, ob PTA „vertreten“ dürfen. Unser Ziel ist: Wir wollen echte Entwicklungsmöglichkeiten für den PTA-Beruf schaffen.
Deshalb haben wir die Bedenken der Apothekerschaft hinsichtlich der Wahrung des Fremdbesitzverbotes und der Sicherung des Heilberufesstatus ernst genommen und uns entschieden, den Konflikt um Vertretungsregelungen nicht weiter eskalieren zu lassen. Stattdessen gehen wir einen Schritt nach vorne. Gemeinsam mit der ABDA haben wir uns darauf verständigt, unsere Kräfte zu bündeln und den Fokus auf eine strukturierte, bundesweit einheitliche Weiterqualifizierung für PTA zu legen.
Eine solche Weiterqualifizierung muss aus unserer Sicht mehr sein als eine klassische Fortbildung. Sie muss zu erweiterten Kompetenzen führen und erfahrenen PTA ermöglichen, zusätzliche pharmazeutische Aufgaben zu übernehmen – beispielsweise in den Bereichen pharmazeutische Dienstleistungen, Prävention oder Patientenbegleitung. Gleichzeitig bleibt klar: Die heilberufliche Verantwortung und Leitung der Apotheke liegt weiterhin bei den approbierten Apothekerinnen und Apothekern.
Der BVpta hält deshalb weiterhin an der Idee einer weiterqualifizierten pharmazeutischen Assistenz – einer „Pharmazie-Assistenz“ – fest. Eine solche Qualifikationsstufe kann dem Beruf neue Perspektiven eröffnen und den Beitrag der PTA zur Arzneimittelversorgung noch stärker sichtbar machen.
Wichtig ist für uns dabei auch: Wenn PTA zusätzliche Verantwortung übernehmen, muss sich das auch in ihrer beruflichen Stellung widerspiegeln. Mehr Qualifikation muss auch mehr Wert haben – und das bedeutet am Ende auch eine bessere Vergütung.
Gleichzeitig dürfen wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Apotheken nicht aus dem Blick verlieren. Qualifizierte Fachkräfte können nur dann langfristig gehalten und angemessen bezahlt werden, wenn auch die Finanzierung des Systems stimmt.
Unser gemeinsames Ziel bleibt klar: Wir wollen den PTA-Beruf weiterentwickeln neue Perspektiven schaffen und die Rolle der PTA in der Patientenversorgung nachhaltig stärken.
Anja Zierath