Die Schublade – Das bestgehütete Geheimnis in jeder Apotheke
Wer kennt das nicht, zu Hause liegt ein Berg Süßigkeiten, die man besser nicht selber essen möchte/sollte, so wird kurzerhand dieser Berg in die Apotheke verfrachtet, wo fleißige KollegInnen helfen den kalorisch großen Übervorrat zu vernichten (ohne Protokoll!).
Alles was nicht direkt in die Mägen wandert, verschwindet in der „Schublade“. In meiner Apothekenkarriere gab es in jeder Apotheke eine solche. Eine Art Notfall Apotheke gegen schlechte Laune oder sonstige Befindlichkeiten.
Da wird dann auch mal ausprobiert, was sonst nicht in den eigenen Einkaufswagen kommt. Letztlich, ich arbeite an der niederländischen Grenze, hatten wir „Spekjes met witte chocolade“ (Marshmallows mit weißer Schokolade umhüllt). Ich sage euch ein Zuckertraum.
Es bleibt eigentlich nur die Frage, wie lange du es schaffst, dich dieser Tantalusqualen zu erwehren. Nach dem Motto: kein Bier vor 4, aber Schokolade geht immer! Ich probiere immer, erst noch meinen Kaffee zu leeren, um eine gute Grundlage zu schaffen.
Spaß beiseite. Diese Schublade und der übermäßige Süßkram in der Apotheke, fördert das miteinander, ohne Scherz. Wir treffen uns am hochkalorischen Ort und führen kurze ermutigende Gespräche und gönnen dem Kollegium sogar den Vortritt bei der Auswahl der Süßigkeit. Kommunikation mal nicht um die letzten neuen Rezepturhindernisse beim Sprechstundenbedarf, Entlaßrezept-Management oder sonstige Gängeleien. Das fördert nicht nur das Entstehen der Love Handles, sondern den Teamgeist.
Die dunkle Seite der Schublade: Wenn die Vorräte zur Neige gehen, entsteht Panik. Notfallplan: Wer besorgt Nachschub?
In diesem Sinne und immer mit einem Zwinkern.
Eure
Ute Jobes