Liebe (angehende) PTA,
auf diesem Wege bedanken wir uns ganz herzlich bei all jenen, die an unserem Stimmungsbarometer teilgenommen haben. Vielen Dank, dass ihr eurer Meinung eine Stimme verliehen habt!

Wie ihr am Ergebnis sehen könnt, befürwortet auch eine große Mehrheit von euch die von uns angestrebte Ausbildungsverlängerung:

Seid ihr pro oder contra Ausbildungsverlängerung auf 3 Jahre?
PRO
96%
289
CONTRA
4%
11

Wir werden dieses Stimmungsbild selbstverständlich in unseren Austausch mit dem BMG einfließen lassen, um die gewünschte Ausbildungsverlängerung zu erreichen!

Da der Novellierungsprozess noch nicht beendet ist, seht ihr hier weiterhin die Kernpositionen zu diesem Thema:

PRO-Argumente von BVpta und Adexa

Gestiegene Kompetenzanforderungen verlangen mehr zeitgemäße Lerninhalte und nicht weniger – und damit mehr Ausbildungszeit für PTA!

Höhere berufliche Anforderungen, besonders in den Bereichen Arzneimittelkunde und Apothekenpraxis, müssen sich in einer längeren, professionalisierten Ausbildung wiederfinden. Konträr hierzu sind die vom BMG zur Beibehaltung der 2,5 Jahre nothalber geplanten Kürzungen von wichtigem Grundlagenstoff wie z.B. in den Bereichen Chemie und chemisch-pharmazeutischer Übungen auf die Hälfte der bisherigen Stundenzahl. An einer Aufwertung der Ausbildung vorbei geht dazu noch der Plan des BMG, allgemeinbildende Fächer in Verfügungsstunden für ergänzende Lehrangebote der Schulen umzuwandeln. Fächer wie Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache sind für einen Abschluss auf (Fach)-Hochschul-Niveau erforderlich, welche auch dem Anliegen der Akademisierung der Ausbildung entsprechen und u.a. auch die Anerkennung im europäischen Ausland erleichtern würde.

Attraktivität des Berufsfeldes erhöhen + Schulgeld abschaffen = Fachkräftemangel bekämpfen und Betriebsfähigkeit von Apotheken sicherstellen!

Nur mit einer 3-jährigen Ausbildung ist eine Höhergruppierung im BRTV möglich, um somit eine Angleichung an andere TA-Berufe/Gesundheitsfachberufe zu erreichen. Damit würde die Attraktivität des Berufsfeldes erhöht, was dem bereits bestehenden Fachkräftemangel entgegengewirkt. Dazu ist es ebenfalls notwendig, endlich finanzielle Hürden in Form des Ausbildungsgeldes abzuschaffen sowie eine Weiterbildungsverordnung zur Steigerung der Karrierechancen zu generieren.

CONTRA-Argumente des BMG, der PTA-Schulen und der ApothekerInnen

Höherer Kosten- und Organisationsaufwand durch eine Verlängerung ist abzulehnen!

Obwohl mit einer Ausbildungsverlängerung laut Referentenentwurf des BMG „eine gewisse Entzerrung des Lernstoffs bei gleichzeitiger Erweiterung und Vertiefung der Ausbildungsinhalte“ erreicht werden könnte, wiegen die „erheblichen organisatorischen Schwierigkeiten bei den Schulen und Lehrkräften“ schwerer. Des Weiteren werden eine Verringerung der Absolventenzahl, eine Verteuerung der Ausbildung sowie finanzielle Belastungen für Bund/Länder durch die Umstellung befürchtet. Zur Abschaffung des Schulgeldes gibt es in diesem Zusammenhang auch noch keine finale Position aus dem BMG.

Der Aufwand begründet das Anliegen nicht zwingend, eine Machbarkeit in 2,5 Jahren Ausbildungszeit ist gegeben!

Für das BMG sind außerdem „zwingende Gründe für eine Verlängerung der Ausbildung […] aus den bisherigen Erfahrungen nicht ersichtlich, eine entsprechende Regelung wäre daher unverhältnismäßig.“ Die erforderliche Anpassung der Ausbildung auf Basis einer Komprimierung bzw. Umstrukturierung des Lernstoffs zu Gunsten neuer Lerninhalte wird als eine vertretbare Lösung angesehen.

FAZIT DES BVPTA

Der BVpta-Vorstand ist der Auffassung, dass der genannte organisatorisch-finanzielle Aufwand im Rahmen einer verlängerten Ausbildungszeit nicht als Argument dienen kann. Dieser Aufwand fällt ein einziges Mal bei der Umstellung an und ist für qualifizierte Schulleiter und Lehrkräfte in einer Zeit der Vernetzung definitiv zu bewältigen. Jede ernstzunehmende Reform erfordert Arbeit, Zeit und Geld – ergo trägt dies nicht als Grund, einer so wichtigen Berufsgruppe wie uns PTA eine attraktivere und zeitgemäße Ausbildung ohne finanzielle Hürden zu verwehren. Auch sehen wir die weitere Argumentation als nicht schlüssig, schließlich sollte die Abschaffung des Schulgeldes doch schon längst beschlossene Sache sein – und weniger Absolventen aufgrund höherer Ausbildungskosten müssten demnach gar kein Thema mehr sein!