Anlässlich des aktuellen Referentenentwurfs des BMG zum PTA-Reformgesetz

Liebe (angehende) PTA,
wie ihr unserem aktuellen Newsletter und sicher auch der Presse entnehmen konntet, setzen wir uns gemeinsam mit Adexa im Rahmen der derzeitigen Novellierung weiterhin dafür ein, dass die Ausbildung zur/zum PTA von 2,5 auf 3 Jahre angehoben wird. Bei gleichwertigen technischen sowie Gesundheitsfachberufen ist dies längst der Regelfall. Wieso wird dies PTA verwehrt? Wie denkt ihr darüber? Verleiht eurer Meinung Stimme und appelliert mit uns gemeinsam an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Mithilfe unseres Pro-/Contra-Stimmungsbarometers sowie durch Unterstützung einer an den Bundestag und Gesundheitsausschuss gerichteten Petition!

Was spricht für eine Ausbildungsverlängerung und welche Argumente dagegen?
Hier die wichtigsten Kernpositionen…

PRO-Argumente von BVpta und Adexa

Gestiegene Kompetenzanforderungen verlangen mehr zeitgemäße Lerninhalte und nicht weniger – und damit mehr Ausbildungszeit für PTA!

Höhere berufliche Anforderungen, besonders in den Bereichen Arzneimittelkunde und Apothekenpraxis, müssen sich in einer längeren, professionalisierten Ausbildung wiederfinden. Konträr hierzu sind die vom BMG zur Beibehaltung der 2,5 Jahre nothalber geplanten Kürzungen von wichtigem Grundlagenstoff wie z.B. in den Bereichen Chemie und chemisch-pharmazeutischer Übungen auf die Hälfte der bisherigen Stundenzahl. An einer Aufwertung der Ausbildung vorbei geht dazu noch der Plan des BMG, allgemeinbildende Fächer in Verfügungsstunden für ergänzende Lehrangebote der Schulen umzuwandeln. Fächer wie Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache sind für einen Abschluss auf (Fach)-Hochschul-Niveau erforderlich, welche auch dem Anliegen der Akademisierung der Ausbildung entsprechen und u.a. auch die Anerkennung im europäischen Ausland erleichtern würde.

Attraktivität des Berufsfeldes erhöhen + Schulgeld abschaffen = Fachkräftemangel bekämpfen und Betriebsfähigkeit von Apotheken sicherstellen!

Nur mit einer 3-jährigen Ausbildung ist eine Höhergruppierung im BRTV möglich, um somit eine Angleichung an andere TA-Berufe/Gesundheitsfachberufe zu erreichen. Damit würde die Attraktivität des Berufsfeldes erhöht, was dem bereits bestehenden Fachkräftemangel entgegengewirkt. Dazu ist es ebenfalls notwendig, endlich finanzielle Hürden in Form des Ausbildungsgeldes abzuschaffen sowie eine Weiterbildungsverordnung zur Steigerung der Karrierechancen zu generieren.

CONTRA-Argumente des BMG, der PTA-Schulen und der ApothekerInnen

Höherer Kosten- und Organisationsaufwand durch eine Verlängerung ist abzulehnen!

Obwohl mit einer Ausbildungsverlängerung laut Referentenentwurf des BMG „eine gewisse Entzerrung des Lernstoffs bei gleichzeitiger Erweiterung und Vertiefung der Ausbildungsinhalte“ erreicht werden könnte, wiegen die „erheblichen organisatorischen Schwierigkeiten bei den Schulen und Lehrkräften“ schwerer. Des Weiteren werden eine Verringerung der Absolventenzahl, eine Verteuerung der Ausbildung sowie finanzielle Belastungen für Bund/Länder durch die Umstellung befürchtet. Zur Abschaffung des Schulgeldes gibt es in diesem Zusammenhang auch noch keine finale Position aus dem BMG.

Der Aufwand begründet das Anliegen nicht zwingend, eine Machbarkeit in 2,5 Jahren Ausbildungszeit ist gegeben!

Für das BMG sind außerdem „zwingende Gründe für eine Verlängerung der Ausbildung […] aus den bisherigen Erfahrungen nicht ersichtlich, eine entsprechende Regelung wäre daher unverhältnismäßig.“ Die erforderliche Anpassung der Ausbildung auf Basis einer Komprimierung bzw. Umstrukturierung des Lernstoffs zu Gunsten neuer Lerninhalte wird als eine vertretbare Lösung angesehen.

FAZIT DES BVPTA

Der BVpta-Vorstand ist der Auffassung, dass der genannte organisatorisch-finanzielle Aufwand im Rahmen einer verlängerten Ausbildungszeit nicht als Argument dienen kann. Dieser Aufwand fällt ein einziges Mal bei der Umstellung an und ist für qualifizierte Schulleiter und Lehrkräfte in einer Zeit der Vernetzung definitiv zu bewältigen. Jede ernstzunehmende Reform erfordert Arbeit, Zeit und Geld – ergo trägt dies nicht als Grund, einer so wichtigen Berufsgruppe wie uns PTA eine attraktivere und zeitgemäße Ausbildung ohne finanzielle Hürden zu verwehren. Auch sehen wir die weitere Argumentation als nicht schlüssig, schließlich sollte die Abschaffung des Schulgeldes doch schon längst beschlossene Sache sein – und weniger Absolventen aufgrund höherer Ausbildungskosten müssten demnach gar kein Thema mehr sein!

Zur Teilnahme an der Abstimmung berechtigt sind alle PTA und PTA-SchülerInnen in Deutschland. Dazu ist lediglich eine kurze Anmeldung bzw. Registrierung auf unserem Portal erforderlich. Die Abstimmung erfolgt anonym und läuft bis zum 7. Juli 2019, anschließend wird das Ergebnis an dieser Stelle veröffentlicht.

Seid ihr pro oder contra Ausbildungsverlängerung auf 3 Jahre?

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Jetzt Petition unterstützen!

Und für alle entschlossenen Befürworter der Ausbildungsverlängerung möchten wir an dieser Stelle auch nochmals auf die von PTA Martin Seipt initiierte Petition „PTA: Attraktive 3-jährige Ausbildung und berufliche Weiterentwicklung“ auf www.openpetition.org verweisen. Bis zur Zeichnungsfrist Ende Juni 2019 muss ein Sammelziel von mindestens 5.000 Unterschriften vorliegen – für eine direkte Vorlage beim Deutschen Bundestag wäre allerdings ein Quorum von mindestens 50.000 Befürwortern erforderlich. Also, bis dahin zählt jede Stimme, um nichts unversucht zu lassen!

Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr in unseren Pressemeldungen.